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Wörtlich
Jedes Jahr im Dezember erscheint unser Jahresrundbrief. Hier melden sich Studenten zu Wort, die ihre Erfahrungen und Erlebnisse am Jugendseminar beschreiben. An dieser Stelle zeigen wir einen kleinen Auszug daraus.
Wenn Sie den aktuellen Rundbrief zugeschickt oder regelmäßig jedes Jahr unseren Rundbrief druckfrisch zugesendet haben möchten, so schreiben sie uns einfach eine E-Mail.
Suche
von Christin aus Deutschland
Suche, das ist ein sehr bedeutendes Thema in meinem Leben. Es durchzieht mein Leben und beeinflusst mich. Meine Suche hat mich hierher zum Jugendseminar Engen geführt.
Suche, das bedeutet, nach etwas zu fahnden, zu suchen.
Wonach? Das weiß ich selber noch gar nicht so genau.
Bevor ich zum Jugendseminar kam, wusste ich nur, dass ich so eine große Sehnsucht in mir drin verspüre, ein Fragen und Suchen nach mehr - nach mir, dem Leben, Menschen, Liebe... Und als ich dann das erste Mal hier in Engen war, hatte ich sofort das starke Gefühl, hier - mit diesen Menschen, in dieser Gemeinschaft, an diesem Ort - könnte ich das finden, wonach ich schon so lange suche.
Es war wie eine Tür in meinem Kopf, die aufging, wie ein Licht in meiner Seele, dass das Jugendseminar genau richtig sein würde.
Und somit ließ ich alles andere - mein Studium, Eltern, Freunde, WG - zurück und begab mich auf den Weg, um meine Suche zu unterstützen, und zu ergründen, wo denn diese Sehnsucht in mir drin und dieses rastlose Suchen herkommen.
Jetzt [nach 7 Wochen Jugendseminar] bin ich schon ein ganzes Stück weitergekommen.
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Inzwischen kann ich sagen, dass ich das, was ich suche, in meinem Inneren finden kann und werde. Ich habe mich auf die Suche nach meinem inneren Selbst gemacht, und Stück für Stück finde ich es. Es ist total spannend, sich selbst zu entdecken. Denn genau das kann ich hier machen, und das tut mir sehr gut.
Diese bisher recht fruchtlose Suche in meinem Leben hat endlich einen Boden gefunden, wo sie sich ausleben kann und Früchte tragen kann. Und ich bin sehr glücklich, suchen zu können und auch zu finden!
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Globalisierung
von Miguel aus Mexiko
Das erste Mal, als ich Globalisierung gehört habe, dachte ich, das wäre nur etwas, was in Deutschland passiert. Aber als der Kurs anfing, war ich sehr überrascht. Wir saßen alle in einem Kreis und fingen damit an, uns unserem Dozent Gunther Keller vorzustellen. Dann sprachen wir ein bisschen darüber, was wir von dem Thema schon wussten und als er anfing zu sprechen, bemerkte ich plötzlich, dass mein erster Gedanke komplett falsch war. Er fing an uns zu erklären wie und warum die ganze Welt miteinander kommuniziert und verbunden ist. Er erzählte uns von den Beziehungen, die zum Beispiel Japan mit Deutschland hat, oder Mexiko mit Japan.
Einerseits sind wir total verschieden, nicht nur weil wir in verschiedenen Ländern leben, sondern auch, weil wir verschiedene Religionen und Bräuche haben. Andererseits teilen wir, dank der Globalisierung, auch sehr viel - zum Beispiel die Art zu leben, zu essen, uns zu kleiden. Auch ist es ein Weg, andere Länder kennen zu lernen. Die Globalisierung nahm in dem letzten Jahrhundert sehr zu. Jetzt haben wir in der ganzen Welt Produkte aus verschiedenen Ländern. Und das ist eine Form, ein kleines Stück aus einem fremden Land in deinem eigenen Land zu haben.
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Für mich war dieser Kurs einer der besten im 2. Semester, denn es war sehr interessant zu wissen, dass du viel mit anderen Ländern zu tun hast, selbst wenn du denkst du hättest es nicht. Ich bin darüber sehr überrascht und sehr gespannt mehr über dieses Thema zu erfahren. Zum Beispiel würde ich gerne wissen, wie es damit angefangen hat, wie es sich entwickelt hat und immer noch entwickelt, wie viele Verbindungen zwischen den Länder bestehen und wie sie entstehen. Dieser Kurs hat mir beigebracht, dass die Welt nicht klein ist und dass es jeden Tag etwas neues zu lernen und entdecken gibt.
Danke an das Seminar für diesen Kurs und Danke an Gunther Keller, der es uns sehr einfach verständlich gemacht hat und der sehr geduldig mit uns war.
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Inneres Erleben
von Inken aus Deutschland
... leben! "Ja" sagen, fragen, bewegen, tragen, geben, nehmen, loslassen! Singen, tanzen, springen, ruhen, fließen, … lachen und weinen bis die Falten Geschichten erzählen.
Mein letztes Jahr im Jugendseminar war eine Zeit des Findens, Lernens und Genießens; aber auch des Fallens, Leidens und Erkennens. Durch das unerbittliche Herzblut der Mitarbeiter, ihr Verständnis, Vertrauen und Auffordern habe ich Wege zu mir, meinen Gefühlen, Emotionen gefunden. Gelernt, ehrlich zu mir zu sein, zuzulassen, was da, unumgehbar ist. Habe gelernt hinzuschauen und zu fragen: "Was willst Du mir sagen, Gefühl? Was soll ich lernen?" Ich habe verstanden, das alles was man nicht sehen will, Gefühle die man nicht zulassen "kann" sich früher oder später doch bemerkbar machen, im schlimmsten Falle auf körperlicher Ebene. Natürlich ging das nicht von heute auf Morgen, sondern Schritt für Schritt und besonders auch durch die Hilfe bzw. Kritik meiner Mitstudenten.
Denn es gibt da diesen schönen einfachen Weg, negative, schwere Gefühle auf andere Menschen zu laden, sie dafür verantwortlich zu machen und so sich selbst aus dem Weg zu gehen. Aber wie sollen soziale Konflikte gelöst werden, ein harmonisches Miteinander entstehen, wenn man nicht einmal mit den eigenen Konflikten klar kommt? - Unmöglich. Der Frieden beginnt in den Herzen jedes Einzelnen. Erst wenn ich in Frieden mit mir bin, kann ich Frieden auch in den anderen Mensch sehen.
Besonders in den Kursen mit Thomas & Bettina, in denen es um Gemeinschaft und dem damit verbundenen Individuum ging durfte ich immer wieder erleben, dass schwach-sein stark-sein bedeutet. Momente, in denen die Gefühle die Kerker des Kopfes überschwemmten, in denen Tränenfluten gegen jede Drohung des Selbsthasses gewannen und Schmerz sichtbar wurde, wurde auch ein unendlich fruchtbarer Boden des Vertrauens sichtbar. In diesen Momenten, getragen durch das Vertrauen der Anderen oder des Geben
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dürfen des eigenen Vertrauens, hat sich mir ein wunderschöner Ausdruck von Leben offenbart: Die Dankbarkeit! Ein Beben, Kribbeln vom Bauch bis in die Zehen- und Fingerspitzen; ein Ausgefülltsein mit tiefer Ruhe und Liebe.
Sehr dankbar bin ich auch den Vertretern der asiatischen Kultur in meinem Semester, durch die neues, gelebtes Bewusstsein für Respekt und Achtung vor den Gefühlen, Gedanken, Sichtweisen und Makel der Anderen in das Gemeinschaftsleben am Seminar getragen wurde.
Das Wertvollste, Reichste und Lebendigste was ich in dieser Zeit gefunden habe sind Freunde. Freunde, mit denen ich all diese Erlebnisse, Erfahrungen, Niederlagen, Wiederaufer-stehungen, Notstände, Rückstände, Zustände erleben durfte.
Eine Zeit voller Gespräche, Badezimmer-Sessions, Regentänze, Putzattacken, Quarkschlachten, Schreianfälle, Mondanheul-nächten, Renovierungsaktionen, Wichtelstreiche, Volkstänze,Musik, Teeküchenkriege, Frauenabende, Stab-Runden, Ängste, Kämpfe, Niederlagen, Sintfluten, Auferstehungen und Liebe.
Eure Freundschaft ist für mich eine Oase auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

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Das Feuer der Sprachgestaltung
von Christin aus Deutschland
Am Anfang dachte ich, dass Sprachgestaltung etwas sehr langweiliges sein muss: Wörter mit einer bestimmten Betonung und Aussprache sprechen, dabei laufen oder Bälle werfen, Gedichte und dramatische Texte vorlesen... Was soll daran so toll sein?
In meiner Vorstellung existierte ein eintöniger, anstrengender, ziemlich komischer und sinnloser Nachmittag.
Aber weit gefehlt! Ich war ja so ahnungslos! Ich wusste ja gar nicht, was für ein vielseitiges Sprachorgan ich besitze, was ich damit alles machen und ausdrücken kann und wie gut es mir dabei auch noch geht, was für einen Spaß das macht! Das ist fast unbeschreiblich!
Inzwischen ist der Freitag Nachmittag, an dem wir Sprach-gestaltung haben, schon zu einem unserer absoluten Lieblingsnachmittage geworden.
Mit Hilfe der Sprachgestaltung entdecke ich ein Feuer in mir drin, welches ich nie bemerkt habe, und dessen Kraft und Energie mich immer wieder überraschen. Dieses Feuer brennt immer stärker in mir und ich spüre die Flammen, die da raus wollen. Die einfach gelebt werden wollen.
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Indem wir uns bei der Sprachgestaltung mal sehr aggressiv oder drohend und laut, mal ganz sanft, leise und zart und mal traurig, verzweifelt und weinerlich (und noch vieles mehr) ausdrücken und geben, können wir Emotionen raus lassen und ausleben, können wir kreativ sein, in Rollen schlüpfen und all das ausleben, was uns bisher im Alltag nicht möglich war.
Wir können also - um mich mal etwas umgangssprachlich auszudrücken - so richtig "die Sau raus lassen" !!! ;-)
Das macht die Sprachgestaltung für mich so wahnsinnig faszinierend, fesselnd und intensiv.
Ich entdecke neue Seiten in mir. In meinem Inneren entsteht eine Dynamik, eine Energie, ein Leben, das fühlt sich so wunderbar lebendig an!
Und ich freue mich jedes Mal wieder drauf!!!
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Ernteberg
von Janine und Kristin aus Deutschland
Zu Beginn des Herbst -Wintersemesters ist es üblich, dass man mit vereinten Kräften erntet, was das vorangegangene Semester gepflanzt und gepflegt hat. So war es auch für uns als wir von unserer Frankreichexkursion zurück kamen. Die erste morgendliche praktische Arbeitszeit begann auf dem Kartoffelfeld mit dem Kanon: “Hejo, spann den Wagen an...“. Dennoch sahen wir keinen Regen über das Land ziehen sondern konnten mit unseren nackten Füßen über den Acker laufen und die Kartoffeln ertasten. Viele von uns hatten ihre Kartoffeln bisher immer nur aus dem Supermarkt geholt und noch nie aus der Erde. Was uns aber noch mehr erstaunte waren die Möhren, die in ihrer Größe und Form alles übertrafen. Wir dachten nach diesen zwei Ernten, dass wir nun auch zu anderer praktischer Arbeit kommen würden, doch falsch gedacht: dies war erst der Auftakt zu weiteren wahren Erntebergen.
Der wohl größte Berg bestand aus Äpfeln, die wir im Laufe zahlreicher Vormittage säckeweise ankarrten.
Einen Monat lang war daraufhin die Spezialität des Samstags, mit einem Pferdeanhänger voller Äpfel ins Nachbardorf Welschingen zu einer historischen Apfelpresse zu fahren und dort beim „Mosten“ zu helfen. Im Nachhinein hätte jeder Student und jeder Mitarbeiter ungefähr zweimal in Apfelsaft baden können, denn wir hatten letztendlich 2000 Liter Apfelsaft aus unseren eigenen Äpfeln gepresst! Das hört sich an, als ob wir uns in dieser Zeit Tag und Nacht mit Äpfeln beschäftigt hätten. Wir ernteten jedoch in dieser Zeit in unserer täglichen Aktivitätigkeit auch noch Holunderbeeren, Quitten, Schlehen, Pflaumen, Birnen, Rote Beete und Zwiebeln. Wenn Sie in dieser Zeit bei uns gewesen wären, hätten Sie ein paar Studenten beim Beeren abzupfen, beim Entsaften und Abfüllen, andere wieder beim Aussortieren, Entsteinen, Einmachen und Einkochen gesehen, einzelne hätten Sie vielleicht auch beim heimlichen Genießen der Erzeugnisse erwischt.
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Diese Aufzählung kann nur eine Ahnung von dem Aufwand und den Mengen vermitteln, mit denen wir es zu tun hatten, vergleichbar mit einem Blick auf einen Eisberg, von dem man nur die Spitze sieht, während der Großteil unsichtbar bleibt. Zur Beschreibung des unsichtbaren Teils des Ernte-Eis-Bergs hier ein paar Zahlen von 2006:
600 Liter Holunderblütensirup hergestellt, fast eine Tonne Erdbeeren verarbeitet (diese haben wir geschenkt bekommen), 700 kg Marmelade eingekocht, 300 Liter Quittensaft und Holunderbeerensaft aus dem Dampfentsafter abgefüllt (wobei wir die Holunderbeeren vorher abgebeert haben), etwa 100 kg wilde Pflaumen verarbeitet, 50 Liter Schlehenelixier produziert.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass unsere bewirtschaftete Fläche gar nicht so groß ist. Aber vieles haben wir ja in freier Natur geerntet, sozusagen wild, wie Holunderbeeren, Schlehen und wilde Pflaumen.
Eine Ernte dieses Ausmaßes, wie wir sie erleben durften, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein selten großzügiges Geschenk der Natur. So gab es im letzten Jahr fast kein Obst, da der Frost die Obstblüten zerstört hatte. Nun wollen wir noch allen Mitarbeitern dafür danken, dass sie uns solche Erfahrungen mit der Natur ermöglicht haben und natürlich der Natur selbst, ohne die wir gar nicht existieren können.
 Frisch abgefülte Marmelade
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Verantwortlichkeit
von Charlotte aus Belgien
Worum dreht es sich in einer Gemeinschaft eigentlich? Was ist das Öl, das das Rad einer Gemeinschaft geschmeidig drehen lässt?
Was ich selbst erlebt habe ist, dass die Antwort "Verantwortlichkeit" ist.
Eine Gemeinschaft dreht sich um viele unterschiedliche Sachen; (geistige) unsichtbare und materielle Sachen. überdies besteht sie aus vielen verschiedenen Individuen, welche zusammen eine Gruppe formen. In solch einer Gruppe hält ein gutes Gruppengefühl die Leute zusammen. In unserer Gruppe gibt es im Allgemeinen meistens eine gute, angenehme Gruppendynamik, aber es gibt manchmal auch Stress oder Ärgernis, und das fast immer, weil man oft seine Verantwortung nicht übernimmt. Es ist einfach auch schwierig, weil wir uns alle kaum daran gewöhnt haben, überhaupt Verantwortung zu haben, zu Hause oder egal wo. Es ist hier ein riesiger Lernprozess der anfängt mit sehr kleinen Sachen: Licht aus machen in verlassenen Räumen (zuerst im eigenen Zimmer), Heizung aus wenn man das Fenster öffnet, eigenen Müll aufräumen, pünktlich zu den Kursen kommen. Dann geht’s weiter mit so genau wie möglich seine Dienste ausführen.
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Für mich geht es, wenn man das Wort Verantwortlichkeit / Verantwortung nennt, noch einen Schritt weiter. Für mich ist Verantwortung momentan der wichtigste Punkt in meinem Leben. Verantwortung zu haben für mich: meine Taten, meine Wörter, meine Gedanken, meine Meinung. Kurzum: ich lerne jetzt, dass ich und wie ich Verantwortung habe für mein Leben.
Ich glaube sehr, dass durch die Verantwortung im äußeren bei mir hier im Jugendseminar auch im seelischen Bereich total viel in Bewegung gebracht worden ist. Es ist eine schwierige, aber auch sehr gute und schöne Vorbereitung für die "große Welt" nach dem Jugendseminar.
Was so schön ist finde ich, dass man hier die Möglichkeit hat, erstmal Fehler machen zu dürfen und Feedback von Mitstudenten zu kriegen und dadurch eine Chance, mehr und mehr zu lernen und anderen in ihrem Prozess zu helfen. Das schafft eine Verbindung unter uns so stark, wie ich sie noch niemals in einer anderen Gruppe erlebt habe.
Also: Es ist für mich nicht nur ein Berufsorientierungsjahr, sondern eine Stromschnelle in einer Orientierung für mein ganzes Leben.
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Ein Abend am See
von Julius aus Deutschland
Was mich am meisten bewegt ist, dass ich ans Jugendseminar kam. Ich habe hier sehr viel erlebt, was ich vorher nie gedacht habe, dass ich das in diesem Jahr erleben würde.
Zum Beispiel: Wir waren an einem See wegen eines Kurses und haben dort gegrillt, getrommelt und waren schwimmen. Als wir dort getrommelt haben, begann es zu regnen, aber auch nur für maximal 1 Stunde. Abends haben wir noch ein Lagerfeuer gemacht. Ich saß mit zwei anderen etwas weiter weg und wir haben geredet. Es hatte schon gedämmert und kurz bevor es dunkel war, saßen wir zu dritt am Wasser und hörten, wie einer von uns weiter weg Flöte spielte und die anderen sich ums Feuer tummelten. Wir schauten auf den See und den Berg dahinter, ließen manchmal einen Stein übers Wasser hüpfen.
Ich habe davor immer gedacht, dass es so Momente immer nur in Filmen geben würde. Aber da hatte ich mich getäuscht. Es war schön für mich, einfach dort zu sitzen, reden und nach der Flöte zu lauschen. Irgendwann, vielleicht in 2 oder 3 Jahren oder wann auch immer, werde ich vielleicht denken, wie schön es wäre, noch mal diesen Tag zu erleben.
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Aber im Rückblick auf dieses Jahr muss ich sagen, dass nicht nur dieser eine Tag mir sehr gut gefallen hat. Es gibt viele schöne Momente an die ich mich gerne erinnern werde.

Am See
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Natur, Tiere und Menschen
von Atsuko aus Japan
Als ich zum ersten Mal in den Stall gegangen bin, war ich sehr unruhig. Die Rinder sind groß und energisch. Sie wirkten sehr fremd auf mich. Ich hatte sogar einen Hund zu Hause, nur ein kleines Mäuschen, das ich auf die Hand setzen kann. Darum hatte ich Angst, an der Stallarbeit teilzunehmen.
Seitdem sind schon 8 Monate vergangen und ich arbeite immer noch mit den Rindern. Es gab viele eindrucksvolle Momente durch die Arbeit. Im Frühling sind sie mit Freude auf die Wiese gelaufen und gesprungen. Wenn ein Ochse geschlachtet wurde, haben andere Rinder traurig ausgesehen und eine Kuh hat lang geschrieen. Ich wusste nicht, dass sie so gefühlvoll sind und ihre Gefühle ausdrücken können.
Es gab auch schwierige Punkte, z. B. hatte ich Probleme mit dem Ochsen, wenn er sich mir widersetzt hat. Ich fand manchmal die Stallarbeit lästig. Aber ich konnte mit der Hilfe von anderen und dank der liebevollen Rinder weitermachen.
Ich fühle mich jetzt näher mit ihnen und ich freue mich darüber. Es war eine gute Erfahrung, mit Tieren zu arbeiten.
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Das Seminar ist voll neuer Erfahrungen. Z. B. die Exkursion nach Frankreich und Italien, Feste und Ackerarbeiten zu jeder Jahreszeit, mannigfach Kurse von Massage bis Biologie und mit Menschen und Tieren zu leben. Das ist genau was ich wollte, als ich in Japan war.
Das Ende des Seminars kommt auf uns zu. Ich versuche jetzt meinen Weg zu gehen. Was ich mache, ist noch nicht sicher, aber ich möchte leben, wie ich hier gelebt habe: Mit der Natur, Tieren und Menschen.

Milchkuh Hella
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Persönliche Eindrücke zum Clownseminar
von Rebecca aus Deutschland
Anfangs war ich doch skeptisch. Normalerweise kann ich über den "bekannten Clownblödsinn" selten lachen und konnte mir auch noch gar nicht vorstellen, wie ich selbst Clown spielen sollte...
Überraschenderweise war es dann halb so schwer wie befürchtet. Enrica hat uns behutsam auf unsere "Auftritte" (vor den anderen StudentInnen) vorbereitet und es war immer eine angenehme Atmosphäre, in der jeder mindestens ein Mal die anderen durch den eigenen inneren Clown zum Lachen gebracht hat. Für mich war der "Dienstag-Auftritt" ein Highlight. Man sollte über das Ausatmen (pusten, pfeifen, etc.) Kontakt zum Publikum aufnehmen und "Freunde" finden, mit denen sich eine kleine Szene entwickeln konnte - natürlich alles ohne Sprache.
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In meinem Fall ergab sich eine Kaugummi-Geschichte, wobei der Kaugummi redlich geteilt, z.T. auf den Boden geklebt und nach dem Abkratzen weiterverschenkt wurde. Es war schön so spontan auf die Situation im "Hier & Jetzt" eingehen zu können und spannend zu sehen was passierte. Das bereits eingefahrene Verhaltensmuster wurde gelockert und dadurch empfänglich für neue Ideen - ein Stück weit befreiendes Erlebnis und daher etwas Besonderes in meiner Erinnerung. Natürlich war unsere Abschlussvorstellung verschiedener kleiner Szenen im Altersheim auch eine wertvolle Erfahrung und persönliche Bereicherung, denn wir waren wirklich erfolgreich, konnten den Saal mit Lachen füllen und hinterließen - in Enricas Worten ausgedrückt - "eine Sonne". Nochmals vielen Dank Enrica!
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Steinbildhauen
von Jordi aus Mallorca
Neben anderen Kursen haben wir im Jugendseminar Steinbildhauen gemacht und das hat mir sehr gut gefallen. Dieser Kurs hat zwei Wochen gedauert und es ist sehr schnell vorbei gegangen.
Wir haben damit angefangen, einen Stein zu suchen, der uns inspiriert. Ich habe nicht gesucht, sondern einfach einen genommen und deshalb war es am Anfang sehr schwierig, eine Form zu finden.
Sehr schnell habe ich angefangen mit Schlagen und der Marmor ging davon sehr schnell kaputt, ich mochte meinen Stein nicht und wollte ihn tauschen, aber trotzdem habe ich weiter geschlagen. Die Stücke, die kaputtgegangen sind, haben eine Form wie eine Stufe im Stein gelassen und dann habe ich gedacht, eine Treppe zu machen.
Vom schnellen und lustlosen arbeiten bin ich zum langsamen und präzisen übergegangen. Ich war so konzentriert auf meine Arbeit, dass ich nicht aufhören wollte. Jeden Tag fand ich meinen Stein schöner und schöner und er hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Jetzt finde ich es schade, dass ich meinen Stein nicht mitnehmen kann, weil er so schwer ist.
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Das war eine sehr schöne Erfahrung und ich bin dem Jugendseminar sehr dankbar und den ganzen Dozenten, die ich kennen gelernt habe, für diese Erfahrungen, die ich haben durfte.
Mit viel Freude und Kraft sage ich Tschüss und danke allen.

Jordis Stein
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Engelsgeschenk
von Mareike aus Deutschland
ichspielenichtichdenkeichschreibegeschichtenbevorichwelcheerl
ebeichschenkemirnichtsichlebeschließlichnichtzumspaßichbinlie
berstolzundimrechtalsglücklichundfreigutdassicheinenkörperhab
esomussmeinkopfnichtaufdembodenrollenichbineineeinzigegroßean
strengungmeingeististeineklingeundichstechewundenindieweltich
überwältigedaslebenmitverachtungichbindiebesteichbinbetrunken
vonmeinerüberlegenheitichüberspringedieneunteklasseichatmenic
htichmachedasbesteabiturichbindiebesteichsitzeichdenkeichschr
eibeichkopfichmonsterichbesteichzerichschlaichgenichichichich
- J - U - G - E - N - D - S - E - M - I - N - A - R -
Welcher Engel hat mir das geschenkt?
Gruppe.
Körper. Liebe. Freundschaft.
Zeit. Humor. Dank.
Aus den schmelzenden Klingen, mit denen ich mich einst durch mein Leben gestochen habe, gießen sich goldene Tore und ich gehe und staune.
Ich war wie eine Spinne ohne Interesse an ihrem Netz, bewegungslos, und nun taste ich Fäden und fühle Richtungen und träume Möglichkeiten.
Und nie ein Ende, nur kein Ende.
Ich bin gegossen vor die Welt, ich bin uferlos und es ist alles selig, wohin ich geflossen werde, denn alles ist Richtung und alles ist neu.
Ich habe gebrüllt, Boxhandschuhe an den Händen, Haut gestreichelt und leuchtende Himmel gefeiert.
Sprachlosigkeiten sind passiert.
Es war eine unnennbar vielgesichtige Zeit.
Habt Dank für dieses Jahr.
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Steinerne Worte
von Olga aus Deutschland
Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren,
darf ich vorstellen, diesen Text schreibt Olga Bross. Sie ist seit April diesen Jahres hier im Jugendseminar Engen und allein sie macht es mir möglich, mich hier auszudrücken, da ich - ich hoffe, Sie verstehen - weder schreiben noch sprechen kann.
Ich bin - huh - wie soll ich sagen, ich weiß nicht wie ich mich vorstellen soll, aber ich weiß, wie ich entstanden bin und wer mich gemacht hat.
Vor ein paar Wochen gab es eine AG-Woche, in der am Jugendseminar Zeit war für verschiedene Projekte, je nach Wunsch und Interesse der Studenten. Es gab ein Film-Projekt, Leute, die ihr Zimmer neu gestrichen haben, einen Bogenbau-Kurs, Pralinen wurden hergestellt und es wurde plastiziert, mit Ton gearbeitet.
Lange Zeit lag dieser Ton in Plastik verpackt in einem dunklen Raum im Seminargebäude. Bis er endlich hervorgeholt wurde und bearbeitet wurde. Es entstanden viele Köpfe und Figuren. So auch ich von eben dieser Olga, von der ich schon gesprochen habe. Sie hat mich geschaffen. Ganz frei bin ich nach und nach mit viel Geduld geworden. So viel zu mir.
Und wer sind Sie?
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"Wer bin ich?" und "Was will ich?". Das sind Fragen, die viele hier im Seminar beschäftigen. Es ist ein wunderbarer Platz, um sich damit zu beschäftigen, zu forschen, zu erfahren, zu üben und an sich zu arbeiten.
Ich soll mich noch im Namen von Olga ganz herzlich bedanken, dass sie hier sein kann und dass es diesen Platz auf der Erde gibt. Danke!

Olgas Tonfigur
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Warum nicht von Geld reden?
von der Mutter eines Studenten
Wie schön war das Abschlussfest des Jugendseminars letztes Wochenende doch! Ich war tief berührt von dem Strahlen der Jugendlichen, dem Engagement der Dozenten und der Freude der Mitarbeiter.
Es war ein wunderschöner Nachmittag mit einem beeindruckenden Querschnitt der vielfältigen künstlerischen Kurse, die im Jugendseminar Engen angeboten werden. Besonders freute mich das Zusammenspiel der doch so verschiedenen Jugendlichen und die Freude am Mitspielen, ein echter Seelenschmaus. Gigantisch war auch, wie wir mit Kuchen und Köstlichkeiten vom Büffet verwöhnt wurden. Ich fühlte mich wie in einer großen Familie aufgenommen und werde noch lange davon "zehren".
Was ist das Fazit, das ich als "Studenten-Mutter" nach diesem Jahr ziehe?
Die Pfunde sind gewuchert und vielfältig verzinst angelegt!! Sollte jeder der jungen Leute etwas von dem Strahlen in unsere Welt verbreiten, so wuchern diese Pfunde noch potenziert weiter!
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Wie wenig doch eigentlich, was dafür angelegt wurde, mal ehrlich, liebe Eltern; und wie wichtig für uns Alle, dass noch möglichst viele junge Menschen die Möglichkeit haben, so eine Zeit in Engen zu erleben.
Im letzten Rundbrief konnten wir lesen, welche finanziellen Probleme bestehen und dass eigentlich das Seminar nicht finanzierbar ist.
Wenn nun jede Mutter oder jeder Vater noch 2 oder 3 Jahre lang nur eine geringe Summe pro Monat schicken würde, wäre dies schon ein Beitrag für das Fortbestehen dieses wunderbaren Angebotes für junge Menschen und auch ein Ausdruck der Wertschätzung für die engagierten Mitarbeiter des Seminars.
Dies schreibt eine dankbare Mutter.
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Puppenspiele
von Mareike aus Deutschland
Unsere Füße tasten dunkel gegen Totes. Es muss ein Dachboden sein. Wir erschrecken. Hierhin also hat uns das Leben gebracht. Fenster? Ein müder Finger Licht zeigt auf die Puppen. Sie sind in einer Ecke ineinander gesunken. Noch viele Tode lang wird der Staub ihre Gesichter zerfressen. Und egal machen, ob wir vor unseren Großeltern stehen, vor uns oder unseren Kindern.
Früher immer hat sich jemand Mühe gegeben. Fäden in Hände gefädelt, Gelenke geformt, gelehrt und gelächelt. Das Lernen war leicht, wir sahen auf den Mund des Puppenspielers - oder hatten wir eine Puppenspielerin?
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- und ahmten die Bewegungen nach und so plapperten wir und bekamen viel Lächeln, und wir spürten die Hände und tanzten. Das zerrieb uns die Gelenke und zerriss unseren Wert. Wer das mit uns getan hat? Wer sind wir denn? Fädenhalterin, Gelenkeschnitzerin, Lächlerin. Und morgen schon Puppen in Ecken mit Staub. Wer wird uns dann sehen? Wir vielleicht. Fenster öffnen, sehen, wer wird lernen und besser machen? Wer wird den Staub aus den erschöpften Gesichtern wischen und Puppenlungen mit Sonne füllen? Vielleicht.
Habe hier also meinen ärmlichen Puppenstolz abgelegt und bin Dachbodenbesucherin, Fensteröffnerin, Sonnenatmerin geworden.
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Zusammentreffen verschiedener Kulturen
von Yazú aus Mexiko
Die Erfahrung, zusammen mit Leuten aus ganz anderen Kulturen zu leben, ist etwas, das ich nicht missen will.
Hallo!!! Mein Name ist Yazú. Ich komme aus Mexiko und ich bin 18. Ich wohne mit Leuten aus Japan, Korea, der Ukraine, Spanien und Deutschland zusammen. Was kann ich darüber sagen? Um die Wahrheit zu sagen, für mich ist es noch ein bisschen schwer, mich anzupassen. Es fällt mir schwer, dass ich mit Menschen aus einem anderen Land zusammen wohne und dass ich eine neue Sprache lernen muss.
Ich bin mit vielen Studenten zusammen, aber manchmal fühle ich mich alleine. Das ist auch gut so, weil ich im Jugendseminar viel über mich lernen kann. Und ich habe viel Zeit, um nachzudenken und um mich gut zu entscheiden.
Praktische Arbeit und Kurse
Jeden Tag haben wir morgens einen Wochenkurs und die Praktische Arbeit und nachmittags künstlerische Kurse. Für mich ist es wichtig, dass es auch freiwillige Kursangebote gibt und ich mich selbst entscheiden kann daran teil zu nehmen oder nicht.
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Für mich ist "Finde Deinen Traum" der beste Kurs, mit Thomas und Bettina. In diesem Kurs haben wir über unsere Kulturen gesprochen. Und ich konnte viel über andere Kulturen lernen. Mit Bettina haben wir eine "Mesa" gemacht und wir hatten eine Frauenzeit. Wir haben viel geredet und viel Spaß gehabt. Am Anfang haben wir den Feuerplatz neu gestaltet und das war sehr schön. Wir haben alle zusammen gearbeitet und ich glaube, dass wir eine gute Arbeit und einen schönen Platz gemacht haben.
Wir haben von Thomas Trommeln gelernt. Ich finde Trommeln sehr interessant und ich fühle mich besonders lebendig wenn ich trommele. Jetzt ist die Djembe für mich das wichtigste Instrument. Also wenn Thomas und Bettina hier im Jugendseminar sind, fühle ich mich ganz unbekümmert.
An der Praktischen Arbeit gefällt mir die Stallarbeit mit Rie und die Küchearbeit mit Barbara und Ulla am besten.
Ich möchte den Leuten hier "Danke" sagen dafür, dass wir uns nahe sind.
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